Wenn ich mir früher Bilder und Berichte über die Herstellung japanischer Messer angeschaut habe – war immer auch eine gehörige Portion Skepsis dabei. Das klassische Bild vom Schmied der fast meditativ in einer archaisch anmutenden Werkstadt seinem Tagwerk nachgeht, wollte mir nicht so recht einleuchten. Japan ist ein hochtechnisiertes und modernes Land. Schlagworte wie Lohn-Stückkosten, Rationalisierung, Automatisierung können doch nicht spurlos am Messerhandwerk vorbeigegangen sein. Ich erwartete also ein kleines aber hochmodernes Werk – wo man uns erklärt wie man nach altem Brauch – aber mit modernster Technik Messer schmiedet.
Falsch. Es gibt sie tatsächlich. Schmieden wie die von den Brüdern Ebuchi. Kleinste Werkstädten mitten in der Stadt. Wir betraten einen Raum von vielleicht 30m² – voll mit verschiedenen Federhämmern und natürlich der Esse. Der Meister stand in einem Loch – den Blick auf das glühende Metall gerichtet. Gab hier etwas Luft und da etwas Kohle hinzu. Plötzlich geht alles ganz schnell. Der glühende Stab wird der Esse entnommen und mit gezielten Schlägen unter dem Federhammer bearbeitet. Das aus dem Rohling einmal eines der weltweit besten Küchenmesser entstehen soll, ist jetzt noch kaum vorstellbar.

Fasziniert verfolgen wir die weiteren Schritte des Schmiedeprozesses. Schichten werden übereinander gelegt, verbunden durch Hitze, Kraft und “Magic Powder” (Herr Obuchi wollte nicht verraten was es ist). Obwohl der schwere Federhammer die immer gleichen Schläge auszuführen scheint, streckt sich das Metall plötzlich. Es wird länger und länger und nach einigen weiteren Bearbeitungsschritten zeichnet sich wirklich die Form eines Messers ab. Ein Sashimi in diesem Fall. Gebannt schauen wir dem Meister zu. Geduldig beantwortet er unsere Fragen.
Erst jetzt lasse ich den Blick durch die Werkstadt schweifen. Jeder deutsche Arbeitsschutzbeauftragte würde sofort in eine Schockstarre fallen. Jeder Quadratzentimeter ist genutzt. Überall Werkzeuge, Material, Dinge die sich im Laufe das Jahrzehnte ansammeln und nie weggeräumt wurden (wohin auch). Es sieht aus wie einer anderen Zeit entsprungen. Und tatsächlich. Auf Nachfrage erklärt uns der Meister, dass die letzte Änderung die Einführung der Federhämmer vor 60 Jahren war.

Meister Obuchi –san schmiedet ausschließlich die Klingenrohlinge. Die weiteren Arbeitsschritte werden in anderen Werkstätten – von anderen Spezialisten durchgeführt. Ihre Arbeit ist nicht weniger schwierig und anspruchsvoll. Dazu aber später mehr. Über den Absatz braucht er sich im Übrigen keine Gedanken zu machen. In Japan schätzt man diese Messer ungemein und ist bereit fast jeden Preis dafür zu bezahlen.
Matthias Wimmer
Dezember 20th, 2008 at 14:16
[...] Produktionsstätten der japanischen Kochmesser. Er durfte einem japanischen Meister beim Schmieden eines japanischen Messer, dass er selbst im Onlineshop anbietet, über die Schulter [...]
Januar 13th, 2009 at 17:37
hallo
mei name ist andre lorenz
ich weiß nicht ob sie mir weiter helfen können
ich möchte gerne in einer japanischen schmiede lernen und arbeiten
habe auch schon selber in japan in shizuoka mir das handwerk angesehen
aber jetzt erst die entscheidung getroffen es zu machen
wenn sie mir irgendwie weiterhelfen können wäre ich sehr dankbar
viele grüße andre lorenz