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Japanische Kochmesser: Zu Besuch bei Japans Messermeistern – Teil 1

Gepostet in Lebensart am 05.11.2008
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Es gibt nur wenig Literatur oder Beiträge die ich noch nicht zum Thema japanische Kochmesser gelesen habe. Theoretisch weiß man dann schon eine ganze Menge über das Thema. Einen richtigen Eindruck erlangt man aber tatsächlich nur vor Ort. Einen echten Meister bei seiner Arbeit über die Schultern zu schauen ist eine unvergleichlich wertvolle Erfahrung.

Im Oktober hatte ich nun die Chance die Produktion von verschiedenen Japanmessern live vor Ort mitzuerleben und besser noch – mein eigenes Messer anzufertigen. Kochmesser.de in Person von Christian Romanowski hat uns diese einmalige Gelegenheit verschafft. Dafür auch noch mal an dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön!!

Es ging also nach Japan – ins Allerheiligste der Messerproduktion. Konkret – in die kleinen Messermanufakturen von Sakei und Seki. Meine Erlebnisse dort werde ich in den nächsten Blogbeiträgen schildern.

Tag 1

Japan ist für uns Europäer ein für Mitteleuropäer sehr befremdliches Land. Nicht nur das uns die Schrift zum Analphabetentum verurteilt – irgendwie scheint dort alles etwas anders zu sein. Schon nach der Ankunft verliert man komplett die Orientierung. Das folgende Bild zeigt den Fahrplan des hiesigen öffentlichen Nahverkehrs. Keine Chance.

Zum Glück hatten wir aber Björn, Exildäne und Agent von CHROMA-Cutlery. Seit 15 Jahren lebt und arbeitet er in Osaka und kennt sich mit Messern und Japan hervorragend aus. Er nahm uns also unter seine Fittiche und brachte uns erst mal in unser Hotel. Das Erste was uns auffiel, war die Sauberkeit die überall herrschte. Die U-Bahnen erinnern an gut gepflegte deutsche Wohnzimmer. Null Graffiti – null zerkratzte Scheiben – null Müll. Trotz dichtem Gedränge fühlt man sich nie unbehaglich. Der Umgang miteinander ist von gegenseitigem Respekt und großer Höflichkeit geprägt. Schade dass das bei uns irgendwann verlorenging. Manchmal hat man den Eindruck dass bei uns alles Schöne und Neue gnadenlos und zwanghaft zertreten werden muss. Vandalismus ist in Japan jedenfalls ein Fremdwort. Sehr sympathisch.

Weiter ging es mit “Hotelzimmer in Besitz nehmen” – ging schnell, weil sehr klein und alles ist detailliert beschrieben (sogar das benutzen des Kissens – unglaublich). Anschließend noch schnell den Palast des Shoguns besucht und in einer Bar speziell für Suppe, Sushi bestellt. War sehr peinlich aber auch lustig. Besitzer war Gott sei Dank großer Fan von Herta BSC. Dann kurzer Versuch zu schlafen – ging nicht wegen Jetlag. Abends dann aber endlich Besuch in der Sushibar.

Hier durften wir dann erleben, zu welchen Leistungen ein japanisches Kochmesser (in diesen Fall Sashimi und Debamesser) von fachkundiger Hand geführt tatsächlich in der Lage ist. In Windeseile entstehen hier direkt vor den Augen des Gastes kleine Kunstwerke. Die ultrascharfen Klingen gleiten durch ultrafrische und schmackhafte Zutaten. Dünne und dünnste Scheiben von Fleisch, Fisch und Gemüse bilden die Grundlage äußerst schmackhafter Leckerbissen. Hier sind wahre Künstler am Werk. Mit offenem Mund verfolgt man das Geschehen. Eine wirklich großartige Esskultur.

Am nächsten Tag ging es dann in die Schmiede zu Meister Obuchi – san. Er ist der Gralshüter des Lagenstahls. Davon aber später mehr.

Matthias Wimmer

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